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Achsanordnung
und Antriebstechnik
Bei der
Eisenbahn sind im Gegensatz zum Kraftfahrwesen starre Achsen
an den Fahrzeugen (Loks und Wagen) angebracht.
Dies führt bei Kurvenfahrt
jedoch zu Problemen, weil hier kein Differenzialausgleichsgetriebe
vorhanden ist, was aber durch konisch ausgebildete Radreifen gelöst
wurde.
Starre Achsen, auf die die Antriebskraft direkt ohne Getriebe fest
gekuppelt ist, stellen für den Antrieb beim Anfahren aber ein
regelrecht unüberwindbares Hindernis dar und lassen sich ohne
elastische Kopplung kaum in Bewegung setzen.
Daher sind bei Dampfloks
mindestens 2 (auch 3 oder 4) Antriebszylinder auf die beiden Seiten
der Antriebsachse verteilt, die auf (im Kreis) versetzte Antriebsbolzen
einwirken.
Bei E-Loks, wo die Motoren
direkt auf die Treibachse einwirken, sind unterschiedliche elastische
Elemente (Federtopf-, Buchli-, Secheron-, Tatzlager-, Gummiringfeder-,
Lamellen- oder Blindwellen-Antriebe) angebracht, die ein Andrehen
des Motors (Drehmoment-Überwindung) zulassen und ein Anfahren
ermöglichen.
Bei Dieselloks gibt es
4 verschiedene Antriebsarten, den diesel-pneumatischen, d-mechanischen,
d-elektrischen und d-hydraulischen Antrieb, der die Antriebskraft
des Motors auf die Achse überträgt.
Werden bei Dampfloks
(auch bei einigen früheren E- und Diesel-Loks) alle Treibachsen
mit der Antriebsachse über Kuppelstangen verbunden, so haben
moderne Lokomotiven einen Einzelachs-Antrieb, bei dem das Motorritzel
direkt in das Achswellenzahnrad oder eine Hohlwelle eingreift, wobei
hier die oben erwähnten elastischen Elemente zwischengeschaltet
sind.
Je nach Gewicht der Lok
und der zu befördernden Anhängelast verfügen Bahnfahrzeuge
über mehrere Achsen, die als Treibachsen und Laufachsen vorhanden
sind.
Nachdem die Schienen
nicht unendlichen Achsdruck aushalten, muss das Gewicht der Fahrzeuge
auf mehrere Achsen verteilt werden, um den Achsdruck (15, 18 oder
20 Tonnen) nicht zu überschreiten, was mit Lauf- oder Treibachsen
möglich ist. Um jedoch eine höhere Zugkraft zu erreichen,
sind bei Triebfahrzeugen möglichst viele Treibachsen notwendig.
So setzen sich
die unterschiedlichen Achsordnungen zusammen:
Laufachsen und Tenderachsen
werden mit arabischen Ziffern,
Treibachsen mit lateinischen Großbuchstaben gekennzeichnet.
Sind eine oder mehrere
Achsen in einem Drehgestell zusammengefasst steht ein `
dahinter.
Ist hinter einer Treibachse
ein o, so besitzt diese einen eigenen Motor (Einzelachs-Antrieb).
Werden Drehgestelle unter
getrennten Fahrgestellen einer Lok angeordnet, ist dazwischen ein
+.
Bei Dampfloks kann hinter
der Achsanordnung noch die Dampfart (h oder n), die Anzahl der Zylinder
(2 3 oder 4) und gegebenenfalls die Dampfdehnung (v
für Verbundwirkung) stehen.
Bei Tendern ist hinter der Achsanordnung ein T
und dahinter der Wasserinhalt in m³ angegeben,
- bei Länderbahn-Tendern ist vor der Achsanordnung noch das
Herkunftsland z.Bsp. bay für Bayern..
Beispiele:
Eine Schlepptender-Schnellzuglokomotive der BR 18 (die ehemalige
bayrische S 3/6) hat die Achsfolge
2`C 1` h4 bay 2´2 T 32,5
Hier handelt es sich um eine Lok mit 2 vorderen Laufachsen in einem
gemeinsamen Drehgestell, - vor den 3 Treibachsen (A-B-C) die fest
im Fahrgestellrahmen gelagert sind, - dahinter eine einzelne Laufachse
in einem Schleppgestell sie wird mit Heißdampf (h)
über 4 Zylinder angetrieben, - hat einen bayrischen Schlepptender
mit 2 Laufachsen in einem eigenen beweglichen Drehgestellen und
2 Laufachsen die fest im Tenderrahmen gelagert sind, und hat einen
Tender mit 32,5 Kubikmetern Wasserinhalt..
Laufräder
gekuppelte Treibräder Laufrad
Laufräder
Die Rangier-Tenderlokomotive
der BR 80 hat die Achsfolge C, also 3 gekuppelte Treibachsen
(A, B +C) die fest im Hauptrahmen gelagert sind.

Treibräder
Eine E-Lok der BR E 150
hat die Achsfolge Co` Co`, demnach 2x drei Treibachsen mit jeweils
einem eigenen Motor die in 2 eigenen Drehgestellen zusammengefasst
, und im Lokrahmen drehbar gelagert sind.
Lok-Hauptrahmen
Drehgestellrahmen
Motoren
(Einzel-) Treibräder
Eine Diesel-Lok der BR
V 218 hat die Achsfolge B´ B`, also 2x jeweils 2 Treibachsen
in einem Drehgestell die im Hauptrahmen beweglich gelagert sind
und alle Achsen von einem Motor über Kardanwellen angetrieben
werden.

Drehgestell-Lagerung
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