| Baureihenbezeichnung
von Eisenbahn-Lokomotiven:
In der Gründerzeit,
den Länderbahnen und bei ausländischen Eisenbahnen wurden
die Lokomotiven in unterschiedlichster Weise bezeichnet.
Da gab es Namen aus der griechischen und römischen Mythologie,
von Göttern, Landesfürsten, Flüssen und Städten,
aber auch Buchstaben und Ziffern, zum Teil mit Bruchstrichen kombiniert
oder einfache Fortnummerierung nach Lieferdatum.
Erst nach dem Übergang
der Länderbahnen (30.04.1920) in die Deutsche Reichsbahn
Gesellschaft (DRG) wurde eine durchschaubare, einheitliche
Bezeichnung in Deutschland eingeführt, die bis in die DB-Zeit
(etwa 1968) ihre Gültigkeit hatte.
In diesem Schema gab
es bei den Lokomotiven vom Antrieb her gesehen 3 verschiedene Arten:
Die Dampflok (BR)
Die E-Lok (E)
Die Diesel-Lok (V) .
Vom Verwendungszweck
gesehen
Die Schnellzuglok (D),
Die Güterzug-Lok (G),
Die Rangier-Lok (.R),
Die Zahnrad-Lok (Z),
Die Schmalspur-Lok (Sp)
Den Schienenbus, Triebwagen und Gliedertriebzug (TW).
Die einzelnen Arten (meist
der gleichen Achsanordnung) werden als Baureihe
(BR) bezeichnet.
Bei den Dampfloks wird noch die Schlepptenderlok (mit Tender), von
der Tenderlok (ohne Tender) unterschieden.
Dampflok-Baureihen:
BR 01 bis 19 sind Schlepptender-Schnellzugloks,
BR 20 bis 39 sind Schlepptender-Personenzugloks,
BR 40 bis 59 sind Schlepptender-Güterzugloks,
BR 60 bis 79 sind Personenzug-Tenderlokomotiven,
BR 80 bis 89 sind Güterzug- und Rangier-Tenderlokomotiven,
BR 90 bis 96 sind ehemalige Länderbahn-Tenderloks gleicher
Achsanordnung,
BR 97 sind Zahnrad-Tenderlokomotiven,
BR 98 sind restliche, ehemalige Lokalbahnloks verschiedener Achsanordnung,
BR 99 sind Schmalspur-Lokomotiven.
Wegen der Übernahme
der Länderbahnlokomotiven gleicher Achsanordnung und gleichem
Verwendungszweck musste ein System der Unterbaureihe
eingeführt werden, wie bei den Schnellzug-Schlepptenderloks
der BR 18.
Beispiele: Die ehemalige sächsische XVIII H wurde BR 18°,
die württembergische C wurde BR 18.1, die badische IV f die
BR 18², die badische IV h die BR 18³, die bayrischen S
3/6 die BR 18.4-5 und die spätere bayrische S 3/6 (Umbau) die
BR 18.6.
Nach der EDV mäßigen
Erfassung seit 1968 wurde der BR eine 0 vorausgesetzt.
E-Lok Baureihen
(E für Elektroantrieb):
( E 00 bis 100 sind Loks mit dem in Deutschland üblichem 15
Kv 16 ²/³ Hz Stromsystem ).
E 00 bis 29 sind Schnellzugloks,
E 30 bis 49 sind Personenzugloks,
E 50 bis 59 sind Güterzugloks,
E 60 bis 69 sind Rangierlokomotiven,
E 70 bis 79 sind ehemalige Länderbahn-Eloks gleicher Achsanordnung
E 80 sind Akkumulatoren-Loks
E 90 bis 100 sind ehemalige Länderbahnloks unterschiedlicher
Achsanordnung,
( E 101 bis 500 sind
Loks mit anderem als 15 Kv 16 ²/³ Hz Strom und Mehrsystem-Loks
).
E 101 bis 200 sind Loks für Gleichstrom (auch bei CD, FS, NS
und B)
E 201 bis 300 sind Loks für Einphasenwechselstrom 50 Hz (auch
bei SNCF und CSD)
E 301 bis 400 sind Zweisystem-Lokomotiven (Einphasen-Wechselstrom
16 ²/³ und 50 Hz)
E 401 bis 500 sind Mehrsystem-Lokomotiven (3 und 4 Systeme - Europalok).
Auch bei den E-Loks gab
es Unterbaureihen, wie bei der E 10, E 16, E 19, E 21 und E 50,
um nur einige zu nennen.
Nach EDV wurde den E-Loks
anstelle des E hier eine 1 vorausgesetzt.
Dabei mussten bei der Wiedervereinigung der DR mit der DB Bahnen
1990 einige Baureihen wegen der bei der ehemaligen DB und DR unterschiedlichen
BR-Vorzeichen (DB 1 und DR 2 für E-Loks), ihre Baureihenbezeichnung
ändern.
Diesellok Baureihen (V für Verbrennungsmotor-Antrieb):
Im Jahr 1931, mit der Auslieferung der ersten brauchbaren Dieselloks
wurde für sie ein aussagekräftiges Nummernsystem eingeführt,
bei dem die Motorleistung der Lok in PS, durch 10 dividiert, die
Baureihenbezeichnung ergab.
Beispiele: Eine DB V 60 hatte etwa 600 PS Eine V 200 etwa
2000 PS.
Rechts neben dem Traktionskennzeichens
(V) und der 2 bis 3-stelligen Baureihenbezeichnung steht mit einem
kleinen Abstand die 3 bis 4-stellige Ordnungsnummer (laufende Stückzahl-Nummer),
wobei die erste oder die beiden ersten (linken) Ziffern der 4-stelligen
ONr., auch eine Baureihen-Untergruppierung (als hochgestellte Ziffern)
kennzeichnen.
Beispiele: Eine DB V 80 001 war eine V 80° , eine V 100 1001
war eine V 100.10 als Untergruppe mit anderer Motorleistung
Nach EDV-Bezeichnung
wurde den Diesel-Loks anstelle des V eine 2
vorausgesetzt.
Dabei mussten auch hier einige Loktypen wegen der bei der ehemaligen
DB und DR unterschied-lichen BR-Vorzeichen (DB 2 und DR 1 für
V-Loks), ihre Baureihenbezeichnung ändern.
.
Ab 01.Januar 1968 ist wegen der Computermäßigen
Erfassung der Fahrzeuge bei der DB ein neues Bezeichnungssystem
eingeführt worden, das die Traktionskennzeichen (die Antriebsart
- BR E V) durch Ziffern (1 bis 9) ersetzt und mit
der Baureihenbezeichnung (bei Diesel-Loks nun mit dem Faktor 100
gekürzt) auf 3 Stellen zusammenschreibt. Mit kleinem Abstand
folgt eine 3-stellige Ordnungsnummer - und nach der dann 6-stelligen
Loknummer -, ein Bindestrich mit einer Kontrollziffer.
Die neuen Traktionskennzeichen
sind:
0für Dampfloks
1für E-Loks
2für V-Loks
3für V-Kleinlokomotiven
4für E-Triebwagen (ET)
5für Akku-Triebwagen (ETA)
6für V-Triebwagen (VT)
7für Schienenbasse und Dienst-Fahrzeuge
8für Steuerwagen (S), Beiwagen (B) und Mittelwagen (M) zu ET
(4)
9für Steuerwagen (S), Beiwagen (B) und Mittelwagen (M) zu VT
(6)
Die Kontrollziffer 1
bis 9 für jedes Triebfahrzeug errechnet sich aus der jeweiligen
6-stelligen neuen Loknummer untereinander multipliziert mit den
Hilfsziffern 121 212 und der sich daraus ergebenden Quersumme (der
einzelnen Ziffern), die von der nächst höheren Zehnerzahl
subtrahiert wird, als Ergebnis.
Beispiele: Die DB E 03
001 mit neuer Bezeichnung 103 001
. mit Kennziffer 121 212
. untereinander multipliziert 103 002
. ergibt die Quersumme 6
von der nächst höheren Dekade 10 abgezogen ist - 4
. also 103 001-4
oder für die DB
E 410 001 mit neuer Bezeichnung 184 001
. 121 212
. 1 1 6 4 0 0 2
. Quersumme ist 14
. abgezogen von 20 ergibt - 6
. also 184 001-6
auch aus der DB V 100
2001 die neue Bezeichnung 212 001-2
und aus der DB V 200
001 die neue Bezeichnung 220 001-6
.
.
Nach dem neuen Allgemeinen Eisenbahngesetz vom 13.12.2006
§ 5 Abs.1e und § 25a AEG (EU-Richtlinie (Epoche 6) ist
weltweit ein neues Bezeichnungssystem eingeführt, und mit dem
Nationalen Fahrzeugeinstellungsregister das EBA am 14.02.2007
beauftragt worden.
Für alle Fahrzeuge, die ab Januar 2007 eine Inbetriebnahmegenehmigung
erhalten und auf internationalen Strecken fahren wollen, gilt, dass
sie dazu eine 12stellige Fahrzeugnummer mit Länderkürzel
und Fahrzeughalter-Kennzeichen (VHK) im Fahrzeugeinstellungsregister
des EBA beantragen und registriert bekommen.
Einzusehen und zu beantragen bei EBA TSI (Betrieb, Anl. P )
Seite 12 für Reisezugwagen-Bezeichnung
S.14 für Güterwagen-Bezeichnung
S.16 für Triebfahrzeug-Bezeichnung
Hier wird die jeweils
nationale Lok- oder auch Wagen-Bezeichnung, (mit den nach UIC-Beschriftungs-Richlinie
schon 1955 vereinbarten) Nationalkennzeichen, neuen Eigentumsmerkmalen
und weiteren Bauart-Angaben zum Fahrzeug, in einer 12-stelligen
Zahlenreihe an den Längsträgern der Fahrzeuge angeschrieben.
An den Stirnseiten dürfen jedoch die bisherige Bahnverwaltung
und die zuletzt gültige Lok-Bezeichnung angebracht bleiben.
Eine der neun Bezeichnungen
91 80 6185 750-7 D-BASF sagt aus, dass es sich
um ein selbstfahrendes (9), Elektrisch angetriebenes
(1), in Deutschland (80) beheimatetes Fahrzeug der deutschen-BASF
(...) und um eine E-Lok (1) der bisherigen Baureihe
(185) mit der laufenden Ordnungsnummer (750) und der Kontrollziffer
(-7) handelt.
Die neue 12stellige Bezeichnung
setzt sich von links nach rechts aus folgenden Zahlen und Buchstaben-Kennzeichen
zusammen:
1. Stelle 9 selbstfahrend
(also Triebfahrzeug)
2. 0 9 bedeuten 0 unterschiedlich
. 1 E-Lok >100 kmh
. 2 V-Lok > 100kmh
. 3 HGV-ET > 190 kmh
. 4 ET ohne HGV
. 5 VT
. 6 spezieller Beiwagen
. 7 E-Rangierlok < 100 kmh
. 8 V-Rangierlok < 100 Kmh
. 9 Instandsetzungsfahrzeug (Dienst-Fz)
3+ 4 80 Ländercode für Deutschland
5 6 EBA Bauart-Bezeichnung nach Firmentypangabe und Hersteller
6 8 185 bisherige Baureihen-Nummer
9 11 750 bisherige Ordnungsnummer (laufende Nr. in der gleichen
BR)
12 -7 die neu errechnete EDV-Kontrollziffer
13 -D in Deutschland registriert
14 -BASF ist der Fahrzeuginhaber
Die neue EDV-Kontrollziffer
wird nur aus den Stellen 5 bis 11 in bisher bekannter Weise errechnet.
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